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Digitale Souveränität · 13. Juli 2026

Die Schweizer Armee verlässt Microsoft

Bis Oktober 2026 stellt das Cyberkommando der Schweizer Armee alle Arbeitsplätze von Microsoft 365 auf openDesk um ... mit verbindlichem Fahrplan und Enddatum. Der Beweis, dass eine Migration weg von US-Anbietern planbar ist.

Bis Oktober 2026 stellt das Cyberkommando der Schweizer Armee alle Arbeitsplätze von Microsoft 365 auf die Open-Source-Lösung OpenDesk um. Das ist kein Pilotprojekt und kein Lippenbekenntnis ... sondern ein verbindlicher Fahrplan mit Enddatum.

🌱 openDesk zeigt: Es geht auch anders! 🌱

openDesk kommt vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität (= ZenDiS) und bündelt unter anderem Textverarbeitung, E-Mail, Kalender und Videokonferenzen – also vieles von dem, was eine Organisation für die tägliche Zusammenarbeit braucht. Rechtliche Grundlage in der Schweiz ist Art. 9 des EMBAG, das seit 1.1.2024 Open-Source-Pflichten für Bundes-IT-Projekte vorschreibt. Das Parlament gab im Dezember 2025 zehn Millionen Franken dafür frei – überparteilich, von den Grünen bis zur SVP.

✅ Warum die Cyber-Spezialisten handeln

  • Der US-Cloud-Act erlaubt US-Behörden potenziellen Zugriff auf Daten, egal wo der Server physisch steht.
  • Die „Call-Home“-Funktion vieler US-Dienste gilt für streng geheime Daten als inakzeptables Risiko.
  • Kill-Switch-Angst ist real: Z.B. wurden 2025 Konten von IStGH-Richterinnen nach US-Sanktionen abgeschaltet.
  • Die Armee bleibt nicht nur Konsument: Unter dem Namen „Swiss Defense Forces“ liefert sie über GitLab aktiv Bugfixes und Kryptografie-Vorschläge und hat mit „Loom“ eine eigene Open-Source-Dokumentensuche gebaut.

⚠️ Es gibt auch Reibung

Die Stadt Zürich testete openDesk und hat Einschränkungen bei Desktop-Apps und der Telefonie gefunden. Für die IT-affinen Cyber-Spezialisten ist das kein Show-Stopper – sie tauschen einzelne Komponenten selbst aus. Für alle anderen ist die Botschaft trotzdem klar: Migration braucht Vorbereitung ... und kommt mit Ausreden nicht weiter.

💡 Was das für den Rest von uns heißt

So eine Migration kann nicht nur eine Armee mit Spezialtruppe stemmen. Das österreichische Bundesheer nutzt bereits LibreOffice, die deutsche Bundeswehr hat Rahmenverträge für Open-Source-Lösungen abgeschlossen, Frankreich steigt komplett auf Linux um. Für Gemeinden, Vereine und KMUs gibt es längst etablierte sowie sofort verfügbare Alternativen zu Microsoft, Google & Co. – von OpenDesk über Nextcloud bis hin zu LibreOffice und Thunderbird. Man muss also wirklich nicht warten, bis der nächste Kill-Switch zuschlägt.

Was hält Sie und Ihre Organisation noch vom nächsten Schritt weg von US-BigTech ab? 🤔

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