Digitale Souveränität · 06. August 2026
Die Open Source Strategie der EU
Die EU-Kommission hat ihre Open Source Strategie vorgelegt: Europa ist bei über 80 Prozent der wichtigen digitalen Produkte von Nicht-EU-Anbietern abhängig. Öffentliche Verwaltungen sollen zu Ankernutzern offener Arbeitsplatzanwendungen werden.

Anfang Juni hat die EU-Kommission ihr Paket für technologische Souveränität vorgestellt. Zentral dabei ist die neue Open Source Strategie: Sie hält fest, dass Europa derzeit bei über 80 Prozent der wichtigen digitalen Produkte, Dienste und Infrastrukturen von Nicht-EU-Anbietern abhängt.
⏰ Was das für Büro- und Arbeitsplatzanwendungen bedeutet ⏰
Neben Cloud, KI und Chips nennt die Strategie explizit ein Ziel: Arbeitsplatzanwendungen. Öffentliche Verwaltungen sollen zu Ankernutzern von Open Source Anwendungen werden. Gefördert wird dieses Thema unter anderem über das EDIC „Digital Commons“ und neue Beschaffungsrichtlinien, die Open Source Angebote in die Bewertung mit aufnehmen.
✅ In Deutschland ist das bereits heute keine Theorie mehr
- ZenDiS und openDesk bauen die souveräne Office-Suite für den öffentlichen Dienst.
- Diese ist von Grund auf DSGVO-konform.
- Bis Oktober 2028 soll die Bundesverwaltung umgestellt sein.
✅ Schleswig-Holstein ist noch einen Schritt weiter
- Dort werden 30.000 bis 60.000 Arbeitsplätze auf Linux und LibreOffice migriert.
- Rund 80 Prozent laufen bereits heute ohne Microsoft Office.
- Ersparnis: über 15 Millionen Euro Lizenzkosten pro Jahr.
⚠️ Bleiben wir am Boden
- In Österreich ist das Momentum noch geringer ... aber zumindest vorhanden.
- Die Strategie der EU ist vorerst nur eine unverbindliche Mitteilung. D.h. sie schafft noch keine Pflicht für Behörden oder Unternehmen.
- Die verbindlichen Beschaffungsregeln hängen vom Cloud and AI Development Act ab ... der frühestens Ende 2027 kommt.
- Wer kann in einer mittelständischen IT-Abteilung diese Entwicklung im Auge behalten, wenn selbst Ministerien Jahre für die Umsetzung brauchen?
💡 Die Richtung ist gesetzt: weg vom Lock-in bei proprietären Arbeitsplatzlösungen und hin zu offenen Standards wie dem ODF. Wer jetzt schon auf offene Office-Tools setzt, wartet nicht auf ein Gesetz, sondern ist der kommenden Entwicklung einen entscheidenden Schritt voraus.
Setzen Sie in Ihrem Unternehmen schon auf offene Standards am Arbeitsplatz oder warten Sie lieber auf verbindliche Vorgaben aus Brüssel? 🤔
IHRE MEINUNG ZÄHLT.
