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Digitale Souveränität · 27. August 2026

Die Ertragssteuern von US BigTech in Europa

Apples erster Transparenzbericht unter der EU-Richtlinie 2021/2101 zeigt: Gewinn und Steueraufkommen folgen nicht der Wertschöpfung, sondern der Konzernstruktur. Was das für Europas digitale Zukunft bedeutet.

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Apple hat erstmals offengelegt, was viele nur vermutet haben: Im Rahmen der neuen EU-Transparenzpflicht (Public Country-by-Country Reporting, Richtlinie 2021/2101, ab 750 Mio. Euro Konzernumsatz) zeigt der aktuelle Steuerbericht für das Geschäftsjahr 2024/25, wie sich Umsatz, Gewinn und Steuern über die einzelnen EU-Länder verteilen.

⏰ Was die Zahlen zeigen ⏰

  • Deutschland: 2,33 Mrd. Euro Umsatz, aber nur 178 Mio. Euro ausgewiesener Vorsteuergewinn (rund 7,7 % Marge) und 131,2 Mio. Euro gezahlte Ertragsteuern.
  • Irland: 14,6 Mrd. Euro tatsächlich gezahlte Steuer ... das ist ein Vielfaches der deutschen Summe. Ein Großteil davon stammt allerdings aus der Auflösung eines Treuhandkontos, nachdem Apple den Beihilfe-Rechtsstreit mit der EU-Kommission 2024 vor dem EuGH verloren hat.

Wichtig zur Einordnung: Nichts davon ist illegal. Es geht nicht darum, legale Steueroptimierung an den Pranger zu stellen.

⚠️ Was das strukturell bedeutet ⚠️

  • Gewinn und damit Steueraufkommen folgen nicht zwingend dem Ort, an dem tatsächlich entwickelt oder verkauft wird, sondern der günstigsten Konzernstruktur.
  • München erbringt mit über 2.000 Technikerinnen reale technische Wertschöpfung ... das Ergebnis zeigt sich aber vor allem in der Steuerbilanz eines anderen Landes.
  • Für europäische Staaten bedeutet das: geringere Einnahmen von den Unternehmen, die hier Infrastruktur, Nutzer und Fachkräfte am intensivsten nutzen.
  • Investitionen in digitale Infrastruktur, Bildung oder europäische Alternativen müssen dann aus anderen Quellen finanziert werden.

💡 Die eigentliche Frage 💡

Wenn Wertschöpfung und Besteuerung so weit auseinanderfallen: Ist das noch die Grundlage, auf der sich Europas digitale Zukunft finanzieren lässt?

Wie bewerten Sie das neue Public Country-by-Country Reporting: Reicht Transparenz alleine oder braucht es zusätzliche Regeln, damit Wertschöpfung und Steueraufkommen in Europa wieder näher zusammenrücken? 🤔

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